25. Apr. 2021

WSG schießt sich selbst k.o.

Die WSG Tirol unterliegt in einem intensiven, aber chancenarmen Spiel Rapid Wien mit 0:4. Das Führungstor für die Hütteldorfer erzielt Behounek.

„Man kann sich von der WSG heuer noch Großes erwarten“, mutmaßte Hobby-Philosoph Alfred Tatar im SKY-Studio angesichts der Leichtigkeit des Tiroler Seins vor dem Anpfiff. Eine Expertenmeinung, die WSG-Trainer Thomas Silberberger Sorgen bereitete: „Das einzige, was mir heute ein bisschen Angst macht, ist dem Fredl (Anm.: Alfred Tatar) sein Tipp. Der war bis jetzt immer falsch. Warum sollte er ausgerechnet heute aufgehen?“, schmunzelte der Tiroler Coach, der sich im SKY-Interview einen überfallsartigen Beginn Rapids erwartete.

Viel Spiel, wenig Chancen
Das einzige, was nach zwanzig Minuten auf einen Überfall der Hütteldorfer hindeutete, war jene Statistik, die den Ballbesitz zeigte. Da hatte der Tabellenzweite mit 60 Prozent klar die Nase vorn, gegenüber 40 des Tabellensechsten. Dafür stand es in der Anzahl an Chancen 0:1. Denn jene Einschussmöglichkeit von WSG-Topgun Nikolai Baden Frederiksen (5.), bei der er nach Idealzuspiel von David Gugganig alleine auf Richard Strebinger zusteuerte und aus sechzehn Metern abzog, war in der Startphase das einzige, was man als Chance bezeichnen konnte. Rapids Schlussmann hielt.
In der folgenden Viertelstunde war der Rekordmeister zwar leicht spielbestimmend, aber nie zwingend. Und weil es die Hütteldorfer selbst nicht schafften, half die WSG mit. Genauer gesagt Raffael Behounek (21.). Der 24-Jährige, der wegen einer Gelben Karte in Minute 19 für das Rückspiel am kommenden Mittwoch gesperrt ist, setzte ein völlig verunglücktes Zuspiel von Ercan Kara auf Kelvin Arase ohne Not ins eigene Tor. Bitter. Die WSG traf, Rapid führte. Mit der einzigen ‚Chance‘ von Kara & Co. in den ersten 40 Minuten. Die zweite folgte erst in Minute 41. Aber auch Rapids Torjäger scheiterte ebenso wie Frederiksen zu Spielbeginn am gegnerischen Goalie. Das war’s dann auch. Eine Möglichkeit hüben, eine drüben und ein Eigentor - mehr hatte das Allianz Stadion in der ersten Halbzeit nicht zu bieten.

Drei Gegentore in fünf Minuten
Die zweite Hälfte begann auf beiden Seiten personell unverändert. Und auch in Punkto Spielcharakteristik änderte sich nicht wirklich viel. Rapid war bemüht, die WSG gefordert. Ein Spiel, unter dessen Intensität die Attraktivität spürbar litt. Mit jeder Menge Stückwerk und wenig Chancen. Nach 59 Spielminuten die erste für Rapid - Dejan Ljubicic zu zentral auf Oswald-Ersatz Benjamin Ozegovic. Nach 75 die zweite. Christoph Knasmüller vergab nach Zuspiel von Kara alleine vor dem WSG-Goalie aus fünf Metern stümperhaft. Nach 80 Spielminuten die dritte. Yusuf Demir (81.), erst drei Minuten zuvor ins Spiel gekommen, netzte nach Zuspiel von Kara ein. Der fünfte Saisontreffer des 17-Jährigen, dem Rapid-Coach Didi Kühbauer in den Augen der Fans viel zu wenig Spielzeit schenkt. Und der abermals drei Minuten später die Kritik des Rapid-Anhangs sportlich unterstrich und sein sechstes Bundesligator folgen ließ. Damit war’s um die WSG endgültig geschehen. Der vierte Treffer von Rapid durch Kara (86.), das dritte der Hütteldorfer binnen fünf Minuten, war nur mehr Zugabe. Mehr als die vier Gegentore schmerzte die WSG, dass Fabian Koch, in Minute 80 von einem beinharten Frederiksen-Freistoß am Kopf getroffen, raus musste und aufgrund einer Gehirnerschütterung wahrscheinlich auch das Rückspiel am kommenden Mittwoch verpassen wird.
Das Resümee des Spiels: Der Sieg von Rapid war verdient, aber zu hoch. Der Expertentipp von Tatar leider wie meistens daneben, die Einschätzung von Silberberger wie immer brillant. 
Am kommenden Mittwoch (18:30 Uhr) gibt’s für (fast) alle Beteiligten die Möglichkeit zur Revanche. Die WSG empfängt fünf Runden vor Ende der Titeljagd den Rekordmeister am Tivoli.  

 

SK Rapid Wien – WSG Tirol 4:0 (1:0)
25. April 2021 | Tivoli | Schiedsrichter Rene EISNER
Tore: Behounek (21./ET), Demir (81./84.), Kara (86.);

 

Rapid spielte:

Richard STREBINGER; Mateo BARAC, Maximilian HOFFMANN, Maximilian ULLMANN (26. Leo GREIML); Kelvin ARASE (78. Thorsten SCHICK), Dejan PETROVIC, Filip STOJKOVIC, Dejan LJUBICIC (78. Srdjan GRAHOVAC), Marcel RITZMAIER (65. Taxiarchis FOUNTAS); Christoph KNASMÜLLNER (78. Yusuf Demir), Ercan KARA.     

Die WSG spielte:

Benjamin OZEGOVIC; Fabian KOCH (80. Florian TOPLITSCH), Raffael BEHOUNEK, David GUGGANIG, David SCHNEGG (91. Florian BUCHACHER); Žan ROGELJ, Thanos PETSOS, Nemanja CELIC, Florian RIEDER (61. Renny Piers SMITH); Nikolai Baden FREDERIKSEN, Benjamin PRANTER (61. Johannes NASCHBERGER). 

 

Stimmen zum Spiel:

Thomas Silberberger (WSG-Cheftrainer): „Das war heute einfach zu wenig. Und zu brav. Das 1:0 war ein Déjà-vu. Gegen Red Bull Salzburg haben wir das gleiche Tor bekommen, nur von der anderen Seite. Da gehen wir definitiv zu viel Risiko, das haben wir vor dem Match besprochen. Und das 2:0 war auch ein Geschenk. Dann dürfen bei uns nicht alle Dämme brechen. Dann muss man schauen, dass man mit 0:2 bei Rapid verliert. So ist das Ergebnis desaströs. Der Auftritt war bis zur 81. Minute nicht so schlecht. Aber wenn wir nicht bereit sind, 100 Prozent abzurufen, kommt in der Meistergruppe so was wie heute heraus. Es ist ähnlich wie gegen Sturm Graz: enttäuschend! Wir haben jetzt ein Riesenlazarett. Behounek die fünfte Gelbe und Koch mit einer Gehirnerschütterung out – wir müssen schauen, was wir am Mittwoch machen.“

Thanos Petsos: „Das war keine Watsch‘n. Wenn Niko (Anm.: Nikolai Baden Frederiksen) in der Anfangsphase das Tor macht, sieht das ganz anders aus. In der ersten Halbzeit haben wir um einen Tick zu viel lange Bälle gespielt, weil wir nicht mutig genug waren. In der Zweiten Halbzeit hatte ich eigentlich das Gefühl, dass Rapid platter ist als wir. Wenn wir ehrlich sind, sind alle Tore bis auf das letzte gleich gewesen. Ein langer Ball auf Kara, der ihn gut festmacht und weiterleitet. Da hat uns heute keiner schwindlig gespielt. Wir haben das Spiel ein bisschen verschenkt.“  

Renny Piers Smith: „Ein sehr enttäuschendes Ergebnis. Wir scheiterten daran Chancen zu kreieren, gefährliche Chancen. Rapid spielte mit einer Serie an langen Bällen auf Kara. Wir müssen jetzt in uns gehen, analysieren – am Mittwoch haben wir die Chance zur Revanche.“

Fotonachweis: GEPA pictures

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