21. Nov. 2021

WSG gab die Wölfe zum Abschuss frei

15. Spiel, dritter Sieg. Die WSG Tirol spielt gegen den Tabellenzweiten WAC sensationell auf und schießt die Wolfsberger mit 5:1 aus dem Tivoli. Vrioni trifft zweieinhalb Mal.

Es war das erste Spiel nach der Länderspielpause. Und das letzte vor dem nächsten Lockdown. Eine Partie vor Fans also. Wobei bei Auftritten der WSG Tirol im Tivoli nicht immer sofort klar ist, ob nicht vielleicht doch schon Lockdown herrscht. Gegen den WAC verirrten sich 1150 Fans ins Stadion. 
Dabei hätte sich (nicht nur) diese Partie viel, viel mehr Zuschauer verdient. Die, die ins Tivoli kamen, erlebten schon vor dem Anpfiff eine Premiere: Dominik Stumberger rutschte in die Startelf der Tiroler. Jener Innenverteidiger, der mit gerissenem Kreuzband nach Wattens geholt wurde und zuletzt beim 0:3 gegen den LASK sein 10-Minuten-Debüt in der Bundesliga feierte. Diesmal durfte er von Beginn weg in der Viererkette links an die Arbeit, dafür rückte Leon Klassen eine Etage nach vorne. Neben Stumberger spielte Felix Bacher, der nach überstandener Verletzung den etatmäßigen Defensivpartner von Abwehrchef Raffael Behounek, Maxime Awoudja, vertreten durfte. Und ganz vorne waren die Toptorjäger der Tiroler, Thomas Sabitzer und Giacomo Vrioni mit von der Partie. Insgesamt bekamen die WSG-Fans damit zwar gleich vier Veränderungen gegenüber der Startaufstellung beim LASK serviert, dafür aber lange Zeit keine Chancen. Weder hüben noch drüben. Die erste echte Möglichkeit hatte Giacomo Vrioni (21.). Der fünffache Saisontorschütze scheiterte aus spitzem Winkel an WAC-Schlussmann Alexander Kofler. Zwei Minuten später hatte Bacher (23.) den Führungstreffer am Kopf, brachte die Kugel aber ebenso wenig im Netz unter wie zuvor Vrioni. Wenngleich die Leihgabe von Juventus Turin in Minute 26 schon seine zweite Chance im Spiel nutzte. Der sechste Treffer des 23-Jährigen im Laufe der Meisterschaft. Per Kopf, nach einer Klasse(n)-Flanke. Ein Tor, das jenen offensiven Schlagabtausch eröffnete, den sich WSG-Cheftrainer Thomas Silberberger eigentlich vom Start weg erwartet hatte. Chancen von Valentino Müller (35.), Cheikhou Dieng (36.) und Michael Liendl (37.) folgten, ehe Thomas Sabitzer (38.) zum zweiten Mal für die Tiroler traf. Vom 16er aus mitten ins Kreuzeck. Ein Tor der Marke Tor des Monats, unhaltbar für Kofler. 
Weil danach Dieng (41.), Thorsten Röcher (43.) und Eliel Peretz (45.) Einschussmöglichkeiten ausließen, deutete vieles auf eine 2:0-Pausenführung der WSG hin, bis der Israeli des WAC seine zweite Chance binnen einer Minute nutzte und doch noch wenige Augenblicke vor dem Seitenwechsel zum Anschluss traf. Mit 2:1 ging’s in die Kabine.


Gala mit Traumtoren
Und nach dem Pausentee mit dem gleichen Personal, aber vorerst wesentlich weniger Chancen weiter. Die erste Möglichkeit in Hälfte zwei ließ fast 20 Minuten auf sich warten, dafür war sie drin. Neuerlich durch Vrioni. Und neuerlich ein Tor der Marke sehenswert war. Denn zuerst vernaschte der 23-Jährige Mario Leitgeb, dann David Gugganig, um das Spielgerät abschließend aus unmöglichem Winkel via Kofler im Tor zu versenken. Vrionis siebter Treffer in der laufenden Saison, der von den Offiziellen aber dem Schlussmann der Kärntner als Eigentor ‚gutgeschrieben‘ wurde. Und fast hätte Blume nach Idealzuspiel des Italo-Albaners noch nachgelegt. Der Abschluss des Dänen ging knapp am Tor vorbei. Dafür saß der Schuss von Liendl (69.) wenige Spielzüge später. Unhaltbar für Oswald, aber irregulär. VAR Josef Spurny bemerkte, dass Liendl zuvor im Abseits stand.  
Und weil der WAC nicht traf, legte die WSG nach. Zuerst durch Valentino Müller - der 21-Jährige zog von knapp innerhalb des Strafraums ab, unhaltbar für Kofler, das dritte Traumtor der Tiroler in diesem Spiel. Und dann neuerlich durch Vrioni (85.), der aus mehr als 25 Metern mit Saisontor Nr. 7 das 5:1 erzielte. Der passende Schlusspunkt in einem Spiel mit vielen Chancen und wunderschönen Treffern – und einem Ergebnis, mit dem keiner der 1150 euphorisierten Fans im Vorfeld auch nur annähernd rechnete.
So kann’s weitergehen. Am kommenden Samstag gastiert die WSG Tirol beim neuen Tabellenletzten in Altach. Das Spiel in der Cashpoint Arena wird um 17 Uhr angepfiffen.

 

WSG Tirol - RZ Pellets WAC 5:1 (2:1)
21. November 2021 | Tivoli | Schiedsrichter Rene EISNER
Tore: Vrioni (26./85.), Sabitzer (38.), Kofler (62./ET), Müller (77.); Peretz (45.)

 

Die WSG spielte:
Ferdinand OSWALD; Fabian KOCH, Raffael BEHOUNEK, Felix BACHER, Dominik STUMBERGER; Bror BLUME (66. Žan ROGELJ), Thanos PETSOS, Valentino MÜLLER (89. Renny Piers SMITH), Leon KLASSEN; Thomas SABITZER (81. Markus WALLNER), Giacomo VRIONI (89. Denis TOMIC).

 

Der WAC spielte:
Alexander KOFLER; Amar DEDIC (72. Jonathan SCHERZER), David GUGGANIG, Dominik BAUMGARTNER, Adis JASIC, Matthäus TAFERNER (72. Christopher WERNITZNIG), Mario LEITGEB, Eliel PERETZ (80. Kai STRATZNIG); Michael LIENDL; Cheikhou DIENG (72. Dario VIZINGER), Thorsten RÖCHER (61. Thai BARIBO).


Stimmen zum Spiel:

Thomas Silberberger (WSG-Cheftrainer): „Wir haben heute ein richtig lässiges Match gesehen - wie ich bereits im Vorfeld gesagt habe. WAC gegen WSG ist immer Unterhaltung auf höchstem Level mit extrem vielen Toren. Ich glaube, dass der Sieg vielleicht eine Spur zu hoch ausgefallen ist, weil der WAC schon trotz der Niederlage gezeigt hat, warum sie derzeit die Nummer 2 in Österreich sind. Eine extrem spielstarke Mannschaft, die nie aufgibt und immer wieder zurückkommt. Mit dem aberkannten Treffer von Liendl hat meine Mannschaft ein Gesicht aufgesetzt, das ich selber vorher nicht gekannt habe. Da ist dann alles aufgegangen, mit Traumtoren. Ein verdienter Sieg, vielleicht eine Spur zu hoch.“

Ferdinand Oswald: „Wir haben heute das gemacht, was wir uns im Laufe der Woche erarbeitet haben. Wir haben im letzten Drittel mal konsequent gespielt und daraus die Tore gemacht. Alles in allem ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg.“   

Valentino Müller: „Heute hat sehr viel gut funktioniert. Endlich haben wir mal unsere Chancen gut fertig gespielt. Wir waren im letzten Drittel klarer und kaltschnäuziger. So kann man auch mal gegen den WAC mit 5:1 gewinnen.“  

Thomas Sabitzer: „Ich glaube, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute eine richtig geile Partie abgeliefert haben. Natürlich haben wir in der ersten Halbzeit auch ein paar Chancen zugelassen – aber das ist normal gegen eine Mannschaft wie den WAC. Aber wir haben heute einfach die Tore gemacht. So steht es am Ende 5:1. Ein richtig geiler Nachmittag. Wir haben heute gegen den Tabellenzweiten der Bundesliga gespielt, das gibt Selbstvertrauen. Natürlich gehen wir da jetzt mit einem völlig anderen Gefühl in die Woche rein. Unser Ziel ist es, weiter hart zu arbeiten und nächste Woche in Altach wieder drei Punkte zu holen.“  

Fotonachweis: GEPA pictures

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