23. Mai. 2022

Nur noch zwei Spiele bis Europa

Die WSG Tirol besiegt im Halbfinalplayoff zur Qualifikation für die Conference League den LASK mit 2:1. Die Treffer erzielten Vrioni und Sabitzer. Am Donnerstag kommt Rapid Wien ins Tivoli.

Die Spannung war spürbar. Fast schon zum Greifen. Elektrisierend. Und das lag nicht nur am Wetter, bei dem keiner so genau wusste, wann sich die Wolken, die seit Mittag das Tivoli in ein bedrohliches Grau hüllten, entladen werden. Bereits drei Stunden vor dem Anpfiff war über Innsbruck zarter Donner zu hören. Es lag auch daran, dass beim sechsten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten innerhalb einer Saison jeder gespannt darauf wartete, wer diesmal das Kraftwerk zündet. Der LASK, wie beim 6:0-Erfolg zu Beginn der Qualifikationsgruppe? Oder die WSG, die den Favoriten aus Linz zuletzt mit einem 4:0-Sieg am Tivoli entzauberte?
Was die Startaufstellung betraf, griff keiner der Übungsleiter in die Wundertüte. Didi Kühbauer bot fast ident jene Startelf auf, mit der er die Admira zuletzt mit 3:1 besiegte. Und Thomas Silberberger jene, die die Linzer in Runde 29 eindrucksvoll in die Schranken verwies. Ein 5-3-2, mit Thomas Sabitzer und Giacomo Vrioni in der Spitze.


18. Saisontor von Vrioni

Und der Italo-Albaner war es auch, der für das erste Highlight im Spiel sorgte. Vrioni (22.) nutzte nach zwanzig unterhaltsamen Spielminuten mit beiderseitigem Abtasten seine erste Chance und setzte eine Traumflanke von Kofi Schulz wuchtig per Kopf ins Netz. Das 12. Kopfballtor der WSG, der 18. Saisontreffer der Juventus-Leihgabe. Der Bundesliga-Saisontorrekord der WSG von Nikolai Baden Frederiksen aus dem Vorjahr war damit eingestellt und der Führende in der aktuellen Schützenliste der ADMIRAL Bundesliga, Karim Adeyemi, nur mehr einen Treffer entfernt.   
Der LASK hatte in Hälfte eins zwei gefährliche Aktionen zu bieten. Die erste, als Thomas Goiginger (25.) kurz nach dem Führungstreffer aus spitzem Winkel WSG-Goalie Ferdinand Oswald prüfte - der 31-Jährige bestand. Die zweite, als Andreas Gruber (43.) alleine auf Oswald zulief und ihn überlupfte – allerdings auch über das Tor.

9. Saisontor von Sabitzer

Wie das Runde ins Eckige finden kann, zelebrierte unmittelbar danach Thomas Sabitzer (45.). Der 21-Jährige ließ, von Vrioni ideal bedient, Oumar Sako mit einem Haken aussteigen und Alexander Schlager keine Chance. Der neunte Saisontreffer von Sabitzer, einer zum mit der Zunge schnalzen. Mit 2:0 ging’s in die Pause.
Und personell unverändert wieder aus der Pause raus. Mit einer WSG, die weiter großen Spaß am Spiel hatte. Und die erste große Chance in Hälfte zwei. Julius Ertlthaler (65.) fehlte, alleine vor Schlager, allerdings der Killerinstinkt, Bror Blume beim Nachschuss die Präzision.
In Minute 74 wurde Sabitzer nach starker Vorstellung völlig zu Recht mit Standing Ovations der 2742 Fans ausgewechselt – geschont für das das, was in den kommenden zwei Spielen auf die Tiroler zukommt. Für ihn kam Tim Prica ins Spiel. Und der 20-jährige Schwede brauchte keine zwei Minuten, um zum ersten Mal vor dem gegnerischen Tor auf sich aufmerksam zu machen. Von Vrioni lehrbuchhaft in Szene gesetzt, fehlten Prica nur Millimeter, um im Fünf-Meter-Raum zum Abschluss zu kommen.
Der LASK nun all-in im Vorwärtsgang, die WSG hinten gefordert – aber sicher. Bis in Minute 86, als Raffael Behouneks Bein im Strafraum nach oben schnellte, Gruber fiel und Schiedsrichter Rene Eisner pfiff. Ein Elfmeter, den Goiginger (86.) flach in die Mitte setzte. Nur mehr 1:2. Und plötzlich war sie wieder da, die greifbare Spannung. Nur noch geladener als zuvor. Bis der Himmel genug davon hatte, der Regen loslegte und Eisner nach 94 Spielminuten der Schlussoffensive der Linzer sein Ende setzte. Die WSG im siebten Himmel, die Finalspiele im Playoff zur Conference League erreicht. Dort wartet mit Rapid Wien der Rekordmeister. Das Hinspiel im Tivoli findet am Donnerstag statt, das Retourspiel am Sonntag im Allianz Stadion. Besser geht’s nicht. Nächste Ausfahrt Wien Hütteldorf. Europa ist nur noch zwei Spiele entfernt.     
                         

WSG Tirol – LASK 2:1 (2:0)

23. Mai 2022 | Tivoli | Schiedsrichter Rene EISNER
Tore: Vrioni (22.), Sabitzer (45.); Goiginger (86./P.)


Die WSG spielte:

Ferdinand OSWALD; Žan ROGELJ (83. Felix BACHER, Fabian KOCH, Raffael BEHOUNEK, Dominik STUMBERGER, Kofi SCHULZ; Julius ERTLTHALER )90. Alexander RANACHER), Bror BLUME, Valentino MÜLLER (83. Sandi OGRINEC); Thomas SABITZER (74. Tim PRICA), Giacomo VRIONI.

Der LASK spielte:

Alexander SCHLAGER; Rene RENNER, Petar FILIPOVIC, Oumar SAKO (60. Jan BOLLER), Marvin POTZMANN; Hyunseok HONG (60. Peter MICHORL), Branko JOVICIC, Thomas GOIGINGER; Sascha HORVATH; Florian FLECKER, Husain BALIC (42. Andreas GRUBER).  

 

Stimmen zum Spiel: 

Thomas Silberberger (WSG-Cheftrainer) …
… zum Spiel: „Das war heute ein richtiges Play-off-Spiel. Mit allen Facetten. Wir haben bärenstark begonnen, waren dann auch verdient in Führung. Der LASK fand überhaupt keine Torchancen vor. Dann hatten wir einen Sitzer auf das 3:0. Als der LASK dann all-in ging, konnte man schon sehen, dass der LASK extrem viel Qualität von der Bank brachte. Da waren sie drückend überlegen und verlangten uns alles ab. Wir kamen dann körperlich auch in einen sehr schweren Zustand, weil das Match extrem fordernd war. Am Ende trug uns das phantastische Publikum über die Zeit. Am Ende war es, obwohl es noch eng wurde, ein verdienter Sieg.“
… auf die Frage, ob an diesem Abend die Sturmreihen den Unterschied machten: „Auf jeden Fall. Es war genauso geplant, dass die Stürmer extrem eng zusammenstehen. Was Sabitzer dann beim zweiten Tor mit Sako anstellt, das war aber schon Extraklasse.“
… ob der unterschiedliche Druck, der auf die Mannschaften gelastet hat, mitentscheidend war: „Ich hab’s bereits vor der Partie betont: Bei uns ist im Moment die Leichtigkeit des Seins. Wir haben uns im Laufe des Jahres von einem Sauhaufen zu einer Mannschaft entwickelt. Jetzt, wo wir richtig in Schwung kommen, ist die Saison leider aus. Die Mannschaft wollte ihren Traum weiterleben, sie pushte sich selber. Sie wollten diese Woche genial abschließen. Und jetzt sind da, von dem wir geträumt haben. Das hat uns keiner zugetraut. Also für mich ist das, was wir heuer erreicht haben schon über dem anzusiedeln, was wir im Vorjahr erreicht haben.“
…  auf die Frage, was er sich jetzt von Rapid erwartet: „Jetzt müssen wir schnellstmöglich regenerieren. Jetzt hat Rapid den Vorteil, weil uns heute extrem viel abverlangt wurde und bis Donnerstag nur kurz Zeit bleibt. Der schwere psychologische Rucksack, der steht allerdings in Hütteldorf und nicht in Tirol. Für uns sind diese zwei Spiele absolute Bonusspiele. Wir können dabei nur gewinnen. Gewinnen wir nicht, haben wir trotzdem eine phantastische Saison gespielt.“
… auf die Frage, wie ihm die Stimmung im Tivoli gefallen hat: „Die Stimmung war sehr gut. Das zarte Pflänzchen wächst und wächst. Und ich hoffe, dass sie sich jetzt am Donnerstag als eine schöne, ausgewachsene Blume zeigt. Das wäre der nächste wichtige Schritt für unseren kleinen Verein.“

Valentino Müller: „Wir waren richtig gut eingestellt. Die ganze Mannschaft war bis in die Haarspitzen motiviert. Jeder hat für jeden gekämpft. Es war eine unglaubliche Leistung. Deshalb stehen wir jetzt verdient im Playoff-Finale. Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht? -vom Abstiegskandidaten zum Europacupaspiranten. Wir werden gegen Rapid wieder alles reinwerfen und dann schauen, was dabei rauskommt.“  

Fotonachweis: GEPA pictures

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