21. Feb. 2026
Unser Manager Sport Stefan Köck hat kürzlich seinen Vertrag bei der WSG Tirol verlängert. Vor dem Heimspiel gegen Ried haben wir uns mit ‚Köcki‘ über unseren Verein, die kommenden Wochen und seine Wünsche unterhalten.
WSG: Lieber Stefan, du hast kürzlich deinen Vertrag als Manager Sport bei der WSG Tirol verlängert. Viele würden sagen, das ist keine Überraschung. Wie leicht bzw. schwer ist dir diese Entscheidung gefallen?
Stefan Köck: „Es ist mir schon sehr leicht gefallen. Einerseits habe ich seit vielen Jahren einen Dienstvertrag und stehe für Kontinuität – persönlich, aber auch bei der WSG. Jetzt wurde dieser Vertrag professionalisiert: Es ist ein richtiger Manager-Sport-Vertrag, inklusive Parametern wie Laufzeiten und Exit-Szenarien, was für den Verein und mich Vorteile bringt. Ich finde es sehr wertschätzend vom Verein, allen voran von unserer Präsidentin, und habe mich über dieses Vertrauen sehr gefreut.“
WSG: Es ist kein Geheimnis, dass es dein großer Wunsch war, dass auch Cheftrainer Philipp Semlic verlängert. Warum war dir das so wichtig und wie hat das deine Entscheidung beeinflusst?
Stefan Köck: „Da gibt es mehrere Aspekte. Ich habe davor mit Thomas Silberberger elf Jahre zusammenarbeiten dürfen und das sehr genossen. Dann haben wir Philipp Semlic für uns gewinnen können, der vom ersten Tag an sehr gute, erfolgreiche Arbeit geleistet hat. Er ist bei uns als Fachmann sowie als Kommunikator hoch anerkannt und ein toller Mensch. Ich wollte frühzeitig Nägel mit Köpfen machen, bin an den Verein herangetreten und habe gesagt, dass er meiner Meinung nach der richtige Trainer ist. Philipp steht für Entwicklung – er will nicht dahinvegetieren, sondern unbedingt die nächsten Schritte machen. Natürlich war es mein persönlicher Wunsch, dass er bleibt, weil ich hundertprozentig von ihm überzeugt bin. Aber es ist nicht so, dass wir zum Vorstand gegangen sind und gesagt haben: „Es gibt uns nur im Paket“. Philipp ist ein eigener Mensch – über kurz oder lang ist er nicht aufzuhalten, aber ich bin sehr froh, dass wir beide an Bord bleiben. Das gilt auch für das gesamte Trainerteam im Hintergrund, das oftmals leider untergeht. Es ist ja keine One- oder Two-Man-Show, sondern da sind so viele Leute im Hintergrund: viele Ehrenamtliche, die Geschäftsstelle, da ist unser Trainerteam mit „Svejni“ als Assistenztrainer, Ferdi Oswald als Tormanntrainer, unser Analyst Sebi Ungerank, unser Athletiktrainer, die Physios, unser Equipment-Manager Matze Peters. Es gibt so viele zum Aufzählen. Es funktionieren nicht nur Philipp Semlic und bzw. oder Stefan Köck, sondern wir sind dankbar für die Fachkenntnisse, die Hilfe und Unterstützung von all diesen Personen. Die Stärke der WSG ist, dass wir in der Gesamtheit auf Augenhöhe ehrlich zusammenarbeiten. Deswegen sind wir jetzt über sieben Jahre in der Bundesliga.“
WSG: Du bist jetzt seit 2014 im Verein als Sportmanager tätig. Was hat sich im Vergleich zu deiner Anfangszeit verändert?
Stefan Köck: „Da gibt es zig Punkte. Alleine die Liga: Wir sind in der Regionalliga West (3. Liga) gestartet, heute sind wir seit sieben Jahren in der Bundesliga. Damals waren wir mit Amateurspielern unterwegs, darunter viele Tiroler Buam, die den Weg bis nach oben mitgegangen sind. Gestartet sind sie oft auf dem zweiten Bildungsweg als Amateurfußballer, dann kam der Aufstieg in die zweite Liga mit den ersten Profis und schließlich die Bundesliga. Von den Vertragskonstellationen bis zur Liga hat sich massiv viel getan. Für mich war es auch ideal, weil ich mit all diesen Aufgaben wachsen konnte und mir die WSG in all diesen Jahren extremes Vertrauen geschenkt hat, welches ich zum Glück auch durch Erfolge rechtfertigen konnte.“
WSG: Am Sonntag steht ein schwieriges Spiel gegen Ried bevor. Wie blickst du auf die aktuelle Situation? Ist die Meistergruppe ein Thema für die WSG Tirol?
Stefan Köck: „Ich müsste jetzt eigentlich ins Phrasenschwein einzahlen, aber Faktum ist: Wir schauen von Spiel zu Spiel. Es bringt nichts darüber zu träumen, was in drei Wochen ist oder über Szenarien zu sprechen. Oberste Priorität hat immer der Klassenerhalt. Wir haben eine ordentliche Herbstrunde gespielt und sind gut aus der Winterpause gestartet, auch wenn wir uns beim LASK leider nicht belohnt haben. Dass wir gegen den aktuellen Meister Sturm Graz einen 1:0-Heimsieg gefeiert haben, ist nicht alltäglich. Es stört mich, wenn medial kommt: „Sturm war nicht gut“. Das ist ein bisserl ein österreichisches bzw. ein Tiroler Phänomen. Der Gegner ist immer nur so stark, wie es der andere Part zulässt. Unsere Jungs haben das sehr gut gemacht. Jetzt kommt Ried – ein richtig guter Gegner, die spielen eine super Saison als Aufsteiger. Auswärts waren wir chancenlos, da waren wir mit dem 2:0 noch gut bedient. Wir wissen genau, was uns am Sonntag im Tivoli erwartet: ein hochintensives Spiel. Wir brauchen unbedingt Punkte für den Klassenerhalt und müssen alles reinhauen.“
WSG: Blicken wir kurz auf die WSG Tirol Juniors. Das Ziel in dieser Saison ist der Aufstieg in die Regionalliga West.
Stefan Köck: „Das wäre sehr wichtig. Wir stellen dort mit Abstand die jüngste Mannschaft der Liga, die dazu dient, Spieler an das Profigeschäft heranzuführen. Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit der Tiroler Fußballakademie, welche in den letzten Jahren wesentlich intensiviert wurde. Die Jungs müssen dort „Männerfußball“ lernen und sich beweisen. In der dritten Liga gegen reifere Gegner zu spielen, ist für die Entwicklung wesentlich besser als in der vierten – ohne dass ich irgendeine Liga abwerten will. Um das Gap zur Profimannschaft zu verringern, ist der Aufstieg heuer nahezu Pflicht.“
WSG: Letzte Frage: Was wünschst du dir in deinen nächsten 20 Jahren bei der WSG?
Stefan Köck: (Lacht) „Ob es 20 werden, weiß ich nicht, ich bin ja letztes Jahr 50 geworden – also sind es eher 15 Jahre bis zur Pension. In erster Linie wünsche ich mir Gesundheit und weiterhin eine so gute Zusammenarbeit im Verein. Ich hoffe, dass der Verein die nächsten Schritte macht, allen voran ist hier die Realisierung des Stadion-Umbaus zu nennen. Zudem wünsche ich mir, dass die Tiroler Wirtschaft unsere ehrliche Arbeit noch mehr honoriert, da wir seit Jahren die Tiroler Fahne in der Bundesliga hochhalten. Wir wollen uns weiterentwickeln und weiterhin zahlreichen Tiroler Spielern eine Plattform in der Bundesliga bieten.“
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