19. Sep. 2021

Von Sturm völlig verblasen

Achtes Spiel, dritte Niederlage. Die WSG Tirol unterliegt in Graz dem SK Puntigamer Sturm deutlich mit 0:5. Negativer Höhepunkt des Spiels ist die Verletzung von Tobias Anselm.

Die Ausgangslage war klar. Auf der einen Seite der Zweitplatzierte, der zuletzt sechs Spiele lang ungeschlagen blieb. Der Hausherr. Der Favorit. Auf der anderen Seite der Tabellenletzte, der auch nach sieben Spieltagen noch auf seinen ersten Sieg wartet – und im Vorjahr in vier Spielen gerade mal einen Punkt gegen den ungeliebten Gegner ergatterte. Der Underdog, der das Spiel aber so anlegte, als es ob es die negativen Vorzeichen gegen ihn nicht gäbe. Mutig. Engagiert. Druckvoll. Aber mit Pech. Denn nach den Ausfällen von Giacomo Vrioni und Maxime Awoudja vor dem Spiel kam nach acht Minuten jener von Tobias Anselm dazu. Der 21-Jährige, zuletzt in bestechender Form, musste mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss schmerzverzerrt vom Feld getragen werden. Für ihn kam Thomas Sabitzer. Ein Ausfall, der die Elf von Thomas Silberberger vorerst aber eher zu motivieren schien, als zu hemmen. Frei nach dem Motto: jetzt erst recht! Denn in der Anfangsphase spielten eigentlich nur die Tiroler, kamen zu Möglichkeiten – und vernebelten sie. Zuerst Markus Wallner (12.), dessen Schussversuch von Jörg Siebenhandl zur Ecke geklärt werden konnte. Der folgende Corner brachte die zweite Chance für den 24-Jährigen (13.) – diesmal ging der Schuss, wenn man den Versuch so nennen will, weit über das Tor. Nach einem Abschluss von Žan Rogelj (16.), zu zentral platziert, um für Gefahr zu sorgen, hatte abermals Wallner (22.) die bis dahin größte Chance im Spiel, völlig alleine vor dem weit vor dem Tor stehenden Schlussmann der Grazer. Anstatt Siebenhandl zu überheben, servierte Wallner dem Goalie die Kugel am goldenen Tablett. Rückpass statt erstes Bundesligator.


Jantscher macht den Unterschied
Sturm bis dahin spielerisch nicht vorhanden, drei Minuten später aber in Front. Kelvin Yeboah nutzte ein katastrophales Blackout von Alexander Ranacher, um der Abwehr zu enteilen, legte ideal für Jakob Jantscher auf – Ferdinand Oswald chancenlos. Die Führung für Sturm konträr zum Spielverlauf. Und die Grazer legten nach. Über Yeboah (30.), der zuerst nach Traumzuspiel von Amadou Dante nur an einer glanzvollen Flugeinlage von Oswald scheiterte, dann nach Zuspiel per Kopf von Jantscher (34.) alleine auf den Neo-Österreicher im WSG-Tor zulief – und neuerlich den Kürzeren zog. Wie auch Thomas Sabitzer (37.), der auf der anderen Seite nach Traumzuspiel von Raffael Behounek alleine vor Siebenhandl den Ball in dessen ausgestreckte Arme hob. Ein Abziehbild der vergangenen Wochen: Chancen sind da, Tore fehlen.
Im Gegensatz zu Sturm, das in Minute 39, bei ausgeglichenem Chancenverhältnis, fast zum zweiten Mal traf. Der Schussversuch von Jantscher (39.), nach Stellungsfehler von Felix Bacher, klatschte von der Innenstange zurück ins Feld. Der erste von zwei schweren Stellungsfehlern des 20-Jährigen, der zuletzt gegen Red Bull Salzburg rechts in der Verteidigung glänzte und diesmal in der Innenverteidigung Awoudja ersetzte. Den Zweiten, drei Minuten nach dem Ende der regulären Spielzeit, ließ sich der Sturm-Routinier nicht entgehen. Oswald ohne Chance. Jantschers viertes Saisontor, sein neunter Scorerpunkt. Mit einer 2:0-Führung ging’s in die Pause.

Yeboah mit Doppelpack
Und mit 3:0 wieder raus. Zumal Žan Rogelj nur zwei Minuten nach Wiederbeginn Otar Kitheisvili unglücklich im Strafraum legte und Schiedsrichter Harald Lechner Elfmeter pfiff. Die dritte Großchance für Yeboah. Die erste, die er sich nicht nehmen ließ. Und die zweite folgte. In Minute 69, um genau zu sein. Nach schnellem Umschaltspiel und neuerlicher Vorlage durch Jantscher, netzte auch der Italo-Ghanaer mit WSG-Vergangenheit zum zweiten Mal an diesem Nachmittag ein. Sein sechstes Saisontor, das vierte gegen seinen Ex-Verein.
Aber damit noch nicht genug. Fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit durfte auch Anderson Niangbo (85.) zum ersten Mal im Sturm-Dress jubeln. Das achte Bundesligator des 21-Jährigen, der im Sommer nach Graz wechselte, das letzte in diesem Spiel.
Ein bitterer Nachmittag für die WSG Tirol, für die vor allem in Halbzeit eins wesentlich mehr möglich gewesen wäre. Am Ende steht eine empfindliche Packung, die für Diskussionen sorgen wird.
Am Mittwoch geht’s für die Tiroler in Graz im Cup (zweite Runde) gegen den GAK weiter. Am kommenden Samstag kommt der SV Ried ins Tivoli (17:00 Uhr). 
 

SK Puntigamer Sturm Graz - WSG Tirol 5:0 (2:0)
19. September 2021 | Merkur Arena | Schiedsrichter Harald LECHNER
Tore: Jantscher (25./45+3.), Yeboah (48./69.), Niangbo (85.)

 

Sturm Graz spielte: 
Jörg SIEBENHANDL; Lukas JÄGER, Gregor WÜTHRICH, Niklas GEYRHOFER, Amadou DANTE (70. Jusuf GAZIBEGOVIC), Gorenc STANKOVIC (78. Alexander BORKOVIC), Otar KITEISHVILI (72. Alexander PRASS), Andreas KUEN, Manprit SARKARIA; Kelvin YEBOAH (72. Anderson NIANGBO), Jakob JANTSCHER (70. Ivan Ljubic). 


Die WSG spielte: 
Ferdinand OSWALD; Fabian KOCH, Raffael BEHOUNEK, Felix BACHER, Leon KLASSEN (62. Mario ANDRIC); Alexander RANACHER (78. Johannes NASCHBERGER), Thanos PETSOS, Bror BLUME, Zan ROGELJ (78. Valentino MÜLLER), Markus WALLNER (62. Stefan SKRBO), Tobias ANSELM (8. Thomas SABITZER).

      

Stimmen zum Spiel:

Thomas Silberberger (WSG-Cheftrainer): „Ich bin sprachlos. Das Ergebnis ist desaströs. Wir haben Sturm Graz die Tore regelrecht geschenkt, in 90 Minuten fünf Fouls gemacht. Wobei ich uns bis zum 1:0 für Sturm gut gesehen habe – wir waren drei Mal alleine vor Siebenhandl, bekommen dann aus einem Fehler im Spielaufbau und einem langen Pass zwei Tore. So geht es dann in eine Richtung, wo wir am Ende des Tages mit dem 5:0 noch gut bedient sind. Am Ende des Tages kann man so in Graz nichts gewinnen. Ein Nachmittag zum Vergessen. Ich bin sprachlos.“

Stefan Köck (WSG-Sportdirektor): „In den ersten zwanzig Minuten hat es für uns sehr gut ausgeschaut, wie schon oft in dieser Saison. Mit guten Chancen und guten Möglichkeiten, die wieder vergeben wurden. Und mit einem individuellen Fehler wurde der Gegner stark gemacht. Dann sind wieder alle Dämme gebrochen. Das ist nicht zufriedenstellend. Da müssen wir relativ schnell Klartext reden. Wir haben es vergangene Woche bereits getan und werden es diese Woche noch einmal tun.“

Fotonachweis: GEPA pictures

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